Zu den folgenden Themenachsen werden auf der FFU 2009 Vorträge und Workshops stattfinden:

Achse 1: Let`s stop sexism: meine Rechte gegen Diskriminierung
Sensibilisierung für Diskriminierungen, insbesondere für Sexismen, jedoch gleichzeitig auch das Bewusstmachen der eigenen Rechte sind das Ziel dieser Achse. Recht(e) – das klingt oft sehr abstrakt und für Nicht-Expertinnen wenig zugänglich: Genau darum wollen wir auf einem niederschwelligen Niveau Aufklärungsarbeit leisten, vor allem auf einer sehr konkreten Ebene: Griffige Beispiele von Frauen aus der Praxis sollen Licht in Antidiskriminierungsgesetze und den Ablauf juristischer Prozesse bringen. Es sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, wie gegen Diskriminierungen vorgegangen werden kann, sodass die Teilnehmerinnen ein Stück mehr zur Selbsthilfe im Fall einer solchen befähigt werden. Auch die Themen Mobbing und Gewalt in der Familie – leider immer sehr aktuell – sollen angesprochen werden: Wo kann ich mir Hilfe holen? Wir hoffen damit auch die Hemmschwelle zu senken, sich im Fall des Falles früher an Dritte zu wenden. Wichtig ist uns außerdem auszuprobieren und zu trainieren, wie frau alltägliche Diskriminierungen schlagfertig abwehren kann, was eine enorme Bedeutung für die eigene Psychohygiene bzw. die Gewinnung von Selbstbewusstsein besitzt.
Für „Fortgeschrittene“ wollen wir das Thema auch ein wenig theoretischer und auf klar universitärem Niveau ausloten: Hier können die Geschichte der Gleichbehandlungsgesetze ebenso wie Länderunterschiede behandelt und eine Diskussion über Wirksamkeit und Verbesserung des Bestehenden angeregt werden.

Achse 2: Frauen in Bewegung: Aktion und Aktionismus
Abseits von dem in der Achse 1 behandelten Rechtsthema geht es hier um alle Arten von (politischen) Handlungsformen, die zur Gleichbehandlung der Geschlechter beitragen können: Aktion und Aktionismus. Dies wird zwar auch auf einer theoretischen Ebene geschehen, auf der wir uns mit den Fragen auseinandersetzen werden, welche Handlungsformen die früheren Frauenbewegungen benutzt haben bzw. welche Handlungsformen Frauengruppen auf der ganzen Welt heute einsetzen, um daraus zu lernen. Im Vordergrund steht jedoch klar das praktische Tun, die konkrete Aktion. Ob künstlerisch, über Körperbewegung oder Diskussionen – wir bieten einen Raum, indem jede sich ausprobieren, ihr Potential entfalten und sich vor allem auch in Networking üben kann. Dadurch sollen innerhalb dieser Achse neue Frauen- und Genderprojekte entstehen, die auch außerhalb der FFU weiterwirken können. Besonders wichtig ist uns die Diversität der Frauen – wir werden aktiv versuchen verstärkt Seniorinnen und Migrantinnen einzubinden, z.B. über Generationen-Erzählcafés oder Workshops, bei denen der Kulturaustausch im Vordergrund steht.

Achse 3: Frauen in der Technik – Frauen in den Medien: verkehrte Welt(en)?
„Frauen in die Technik“ heißt es allerorts, so wollen auch wir uns diesem Thema universitätenübergreifend nähern. Dieser Slogan weist in die Zukunft, er steht für ein wichtiges Anliegen der Gleichberechtigung bzw. der Gender-Bewegung – die männerdominierten und stereotyp Männern zugeordneten Sphären der Technik den Frauen zu öffnen.
Vielfältige Computer- und Informatikworkshops, wie Homepagegestaltung oder Computer zusammenbauen, sollen z.B. das Interesse der Teilnehmerinnen wecken, für komplette Neueinsteigerinnen werden spezielle Schnupperkurse angeboten. Das erste Computerprogramm wurde übrigens von einer Frau geschrieben: Mittels Frauentechnik- bzw. Fraueninformatikgeschichte sowie auch der Einladung erfolgreicher Technikerinnen sollen konkrete Vorbilder geschaffen werden. Daneben ist jedoch auch Platz für Technikkritik aus weiblicher Sicht. In der Praxis kommt diese vor allem im Bereich der Medien zum Tragen, über die wir in dieser Achse ebenfalls nachdenken wollen, da gerade dort immer noch sehr wirksame Stereotype der Geschlechter, insbesondere der Frau, verwendet werden. Die Analyse von Werbungen, Filmen und Zeitschriften soll zur Diskussion über das Transportierte anregen. Auch das Thema Frauen in der Sprache – als eins der wichtigsten Alltagsmedien – kann behandelt werden.

und die Dauerbrenner…
Hier fallen alle Themen rein, die einfach immer aktuell oder von allgemeinerer Art sind, genauso wie alle Einführungsworkshops und – vorträge zum Thema Gender und Feminismus.