9:15 – 10:00 Info Workshops, Morgen Jour fixe & Frühstück
10:00 – 13:00 Workshops
13:00 – 15:00 Mittagspause
15:00 – 18:00 Vernetzungsnachmittag
20:00 offener Abend

Workshops Vormittag (10-13 Uhr)

• Anna Schober: Öffentlich präsent! Zur vielfältigen Erscheinungsform von feministischem Aktivismus
• Irmtraud Voglmayr: Altersbilder in populären Erzählungen
• Bettina Leibetseder: Mindestsicherung und Frauen in Österreich – Gleichheit, Differenz, Transformation?
• Gabriela Bravez: Die fotografische Darstellung des weiblichen Körpers in Frauen- und Wellnesszeitschriften
• Melanie Berner: Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt… Ausdruck. Tanz. Theater. (2. Teil – siehe Samstag Nachmittag)
• Elke Lujansky-Lammer: Ich bin als Frau doch gleichberechtigt – aber ist es auch im Alltag so?
• Birge Krondorfer: Feministische Bildung. Konzepte und Prozesse

Vormittag

Altersbilder in populären Erzählungen

Wer?
Irmtraud Voglmayr
Wo?
SR Lessingstraße
Was?
Welche Vorstellungen haben wir vom Altern und wie werden diese gesellschaftlichen Altersbilder medial konstruiert und als Medieninhalte rezipiert?
Anhand eines Filmbeispiels wollen wir uns mit geschlechtlichen Subjektpositionen, die einerseits in fiktionalen Erzählungen angeboten werden, anderseits von den Teilnehmerinnen selbst eingenommen werden, mit dem Thema Altern auseinandersetzen.
Wesentlich ist, dass dieser Rezeptionsprozess nicht alleine auf individuelle Lebenswelten reduziert werden kann, sondern mit geschlechtlich codierten Medieninhalten und gesellschaftlichen (Alterns)Diskursen verschränkt werden muss.
Weiters werden wir nach den unterschiedlichen Bedeutungen fragen, die wir mit den spezifischen Altersrepräsentationen in den Genres Film und TV-Soaps im Hinblick auf soziale Relevanz, Vergnügen, Alltagsnähe etc. verbinden.
In meinem Impulsreferat werde ich zu Beginn einen kurzen Überblick zu feministischer Rezeptionsforschung insbesondere im Kontext der Cultural Studies geben. Weiters erfolgt eine Vorstellung der zentralen feministischen Altersdiskurse, „Altern als Risiko“ und „Altern als Kompetenz“, die sich in den beiden gegensätzlichen Alters-Denktraditionen verorten lassen. In der negativistischen Alternsreflexionstradition steht Simone de Beauvoir, die den Prozess des Alterns als eine peinigende Selbsterfahrung verbunden mit dem Verfall von Klugheit, Schönheit sowie physischer wie psychischer Kraft begreift (Beauvoir 2000). Ein positives Alternsbild hingegen – das sogenannte „Kompetenz-Modell“ – vertritt Betty Friedan, die gerade im Alter eine Selbstverwirklichungsphase sieht und ihren Schwerpunkt auf eine Neustrukturierung des Lebens im Alter legt (Friedan 1997).

Öffentlich präsent! Zur vielfältigen Erscheinungsform von feministischem Aktivismus

Wer?
Anna Schober
Wo?
HS V (1. Stock)
Was?
Der Workshop setzt sich mit der Geschichte und Theorie von politischem Aktivismus auseinander, wie er von den Frauenbewegungen, aber auch von der Lesben- und Schwulenbewegung und der Queerbewegung entwickelt worden ist. Zugleich werden aber auch die wechselseitigen Hinterfragungen dieser Bewegungen selbst oder die Herausforderungen etwa durch die afro-amerikanischen Frauenbewegung präsentiert. Querbezüge zu anderen Erscheinungsformen von „Emanzipation“ (z. B. der Juden, Arbeiter oder „Sans Papiers“) werden ebenfalls aufgezeigt.

Auf diese Weise stellt der Workshop eine vielgliedrige Überlieferungsgeschichte der politischen Praktiken und methodischen Werkzeuge vor, die entwickelt wurden, um sowohl „Gleichberechtigung“ zu erlangen, als auch Differenz und Andersheit zu thematisieren und zum Ausgangspunkt von Lebensentwürfen zu machen. Zugleich setzt sie diese Taktiken politischer Emanzipationsbewegungen in Beziehung zu den je gesellschaftlichen dominanten Repräsentationsweisen von Geschlecht. Dabei werden die zentralen Emanzipationsdiskurse von der Französischen Revolution bis heute berücksichtigt, wobei der Schwerpunkt jedoch auf Bewegungen des 20. Jahrhunderts und auf Konflikten in einem zunehmend globalisierten Gefüge liegt. Der Workshop verfolgt kein lineares Konzept von Geschichte, sondern stellt Brüche, Diskontinuitäten und Singularitäten ebenso dar wie Kontinuitäten und Traditionslinien. Auf diese Weise wird die Weitergabe und Transformation politischer und gesellschaftskritischer Diskurse quer durch unterschiedliche Räume des 20. Jahrhunderts einsichtig gemacht, wobei die Pluralität dieser Diskurse und Praktiken im Vordergrund steht, sowie die Verflechtung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Instanzen.

Der Workshop setzt sich vier Ziele:
1. Eine Orientierung über die Geschichte, Perspektiven und Spannungsfelder der Befragung der geschlechtlichen Dimension von Emanzipationsbewegungen und von Öffentlichkeit durch die Frauen- und Genderforschung/ feministischen Wissenschaft zu ermöglichen
2. Gemeinsam mit den Teilnehmenden ein Begriffsinstrumentariums zur kritischen Analyse zu entwickeln
3. Zu einem kontextualisierenden und befragenden Umgang mit Schlüssel- und Grundlagentexten der Geschlechterforschung zu ermutigen
4. Die selbständige Übersetzung in eigenen Fragen- und Aktivitätsgebiete zu unterstützen

Mindestsicherung und Frauen in Österreich – Gleichheit, Differenz, Transformation?

Wer?
Bettina Leibetseder
Wo?
SR 38 (2. Stock)
Was?
Das österreichische soziale Sicherungssystem ist noch immer stark von dem Ideal des männlichen Ernährers und der weiblichen Zuverdienerin geprägt. Gegenwärtig soll die Sozialhilfe von der Bedarfsorientierten Mindestsicherung ersetzt werden. Im Workshop wird versucht Kriterien für die Bedarfsorientierte Mindestsicherung anhand von Nancy Frasers Konzept des ‚Integrationsmodells der universellen Betreuungsarbeit’ zu erstellen und das österreichische Mindestsicherungsnetz aufgrund solcher Kriterien zu bewerten. Das Integrationsmodell versucht weder ein Modell der Differenz (Gleichstellung der Betreuungsarbeit, in getrennten Sphären) noch eine Etablierung des Modells der allgemeinen Erwerbstätigkeit, sondern eine Vereinbarkeit von Erwerbs- und Betreuungsarbeit für alle zu erreichen.
Schritte:
• Kurze Einführung in das österreichische Sozialsystem
• Verortung der gegenwärtigen Sozialhilfe und zukünftigen Bedarfsorientierten Mindestsicherung (rund 45 min)
• Pause (15 min)
• Vorstellung von Nancy Frasers Konzept
• Erstellen von Kriterien (rund 45 min)
• Pause (15 min)
• Input über Auswirkungen der Mindestsicherung für Frauen
• Evaluierung Mindestsicherung und Frauen (rund 60 min)

Die fotografische Darstellung des weiblichen Körpers in Frauen- und Wellnesszeitschriften

Wer?
Gabriela Bravez
Wo?
SR 36 (1. Stock)
Was?
Von Kosmetiktipps und Diätratschläge über das Versprechen der ewigen Jugend bis zur machbaren Schönheit mittels Skalpell: Frauen- und Wellnesszeitschriften sind voll von Ratschlägen, die den Zweck haben, das eigene Aussehen zu gestalten. Dieser Wunsch nach Gestaltbarkeit des Körpers sowie der mediale und gesellschaftliche Diskurs haben in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Dabei wird vor allem der weibliche Körper in Bezug auf seine Attraktivität diskursiv verhandelt.

Nach einer Einführung in die neuere Forschung der Körpersoziologie und hier vor allem in den medialen und gesellschaftlichen Diskurs über den weiblichen Körpern, sollen in Gruppenarbeiten Fotografien weiblicher Körper in Frauen- und Wellnesszeitschriften kritisch und unter Bedachtnahme der folgenden Fragen beleuchtet werden: Was sind die (impliziten) Botschaften, die in diesen Bildern transportiert werden? Welche Geschichten werden mit diesen Bildern erzählt? Beeinflusst diese Art der Darstellung die Wahrnehmung des eigenen Körpers? Wenn ja, inwiefern sind diese Bilder dafür verantwortlich, wie Frauen und Mädchen ihren eigenen Körper wahrnehmen?

Ich bin als Frau doch gleichberechtigt – aber ist es auch im Alltag so?

Wer?
Elke Lujansky-Lammer
Wo?
HS XII (EG)
Was?
In diesem Workshop soll der eigene Blick an Hand von Theorieinputs, Diskussionen und Reflexionsübungen geschärft werden für strukturelle, mittelbare und direkte Benachteiligungen von Frauen in unserer Gesellschaft und im Besonderen in der Arbeitswelt. Es wird der Frage nachgegangen, wie effizient rechtliche Grundlagen, speziell das Gleichbehandlungsgesetz für die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Frauen und Männern wirken. Erarbeitet werden Aktions- und Reaktionsmöglichkeiten um einerseits diskriminierungsgefährdete Situationen konstruktiv zu bewältigen und andererseits im Anlassfall die rechtlichen Möglichkeiten nutzen zu können.

Feministische Bildung. Konzepte und Prozesse

Wer?
Birge Krondorfer
Wo?
HS VIII (2. Stock)
Was?
Am Beispiel der Frauenbildungsstätte ‚Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik’ soll die Bedeutung autonomer feministischer Bildungsarbeit gezeigt werden. Es wird auch um Prinzipien für Bildnerinnen gehen, welchen eine kritische Vermittlung wichtig ist. Was unterscheiden diese von gängigen Gendertrainings?