9:15 – 10:00 Info Workshops, Morgen Jour fixe & Frühstück
10:00 – 13:00 Workshops / Vorträge
13:00 – 15:00 Mittagspause
15:00 – 18:00 Workshops / Vorträge
20:00 Filmabend

Änderung:
Der Workshop von Burghild Gerhold „Empowerment und Capacitacion (Bildung) als wichtige Befähigungen der Frauen in Zentralamerika gegen Arbeitslosigkeit und Gewalt in der Familie – und bei uns??“ findet am Dienstag Nachmittag statt!

Ganztags (10 – 18 Uhr) werden von Elisabeth Pucher und Kerstin Grabner 20minütige Schulter-Nacken-Sitzungen angeboten.

Körperarbeit nach den Grinberg Methode: 20minütige Schulter-Nacken-Sitzungen

Durch Berührung, Atmung, Bewegung und Übungen lernen Menschen mit und durch den Körper, einschränkende Verhaltensweisen zu beenden und dem Leben mit neuer Energie und Flexibilität zu begegnen.

Viele Frauen kennen Verhaltensweisen wie perfekt sein zu müssen, sich keinen Fehler zu erlauben, eigene Bedürfnisse zurückzustecken oder schwer nein sagen zu können und kommen dadurch oft an die Grenzen ihrer Kraft.

Indem wir die Aufmerksamkeit auf den Körper richten und lernen, diese Gewohnheiten loszulassen, können wir körperliche Beschwerden wie Verspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, etc. verbessern und verlorene Kraft zurückgewinnen. Das erlaubt uns auch, unser Leben freier und selbstbestimmter zu gestalten.

In 20minütigen Schulter-Nacken-Sitzungen können Sie ein wenig an Entspannung erfahren und einen ersten Einblick in unsere Arbeit bekommen.

Elisabeth Pucher und Kerstin Grabner
Grinberg Praxis Lend
Volksgartenstraße 28
8020 Graz
Tel.0650/50 18 177
0664/42 13 408

Mitglieder im österreichischen Berufsverband
www.grinbergmethode-oebv.com

mehr Infos zur Methode: www.grinbergmethod.com

Workshops Vormittag (10-13 Uhr)

• Birge Krondorfer: ‚Alter’ Feminismus – ‚Neue’ Feminismen? Unterschiede – Gemeinsamkeiten – Perspektiven
• Gudrun G. Graf: Yin-Tao – Qigong für Frauen Teilnehmerinnen bitte selbst Matten/Decken mitbringen!
• Sandra Zuber: Die Konstruktion dichotomer Geschlechterstereotypen einst und heute: Typisch weiblich – typisch männlich?
• Theresa Frick: Zivilisation in der Krise?
• Wilbirg Brainin-Donnenberg: Wissenschaftlerinnen im Film leider abgesagt
• Pia Resnik & Vera Fuchs: Sexualität und Gesellschaft: Wer ist schon „normal“?
• Babette Hebenstreit: Gendered Buildings – die Suche nach dem Geschlecht eines Hauses

Workshops Nachmittag (15-18 Uhr)

• Utta Isop und Heide Hammer: Anarchafeminismus/Queer Politics – Kollektivität und solidarische Ökonomie
• Eva Kuntschner: Feminismus ist die Theorie, lesbisch Leben die Praxis?
• Caroline Roth-Ebner: Von Hausfrauen und Hausherren – Sexismus in der Sprache
• Melanie Berner: Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt… Ausdruck. Tanz. Theater. (1. Teil)
• Doris Jauk-Hinz: Alltägliches Spiel
• Flora Schanda, Madlen Abdallah, Iris Hajicsek: Desire rules. Gegen die Macht des definierten Begehrens
• Monika Bloss: Performing Gender. Darstellung und Selbstdarstellung von Musikerinnen in den Medien und auf der Bühne

Vormittag

Die Konstruktion dichotomer Geschlechterstereotypen einst und heute: Typisch weiblich – typisch männlich?

Wer?
Sandra Zuber
Wo?
SR 32 (EG)
Was?
Die gewählten Themeninhalte zielen darauf ab,
- die Herkunft dichotomer Geschlechterstereotypen anhand des 18./19. Jhdts. bewusst zu machen.
- die Workshopteilnehmerinnen hinsichtlich vorhandener Geschlechterstereotypen in unserer Gesellschaft zu sensibilisieren.
- das eigene geschlechterstereotype Verhalten und Zuschreibungen zu reflektieren.
- die mit der „Natur“ des Menschen begründeten Geschlechterstereotypen kritisch zu hinterfragen.
- die mögliche Dekonstruktion bestehender Geschlechterstereotypen bewusst zu machen und in Gang zu setzen.
Die Inhalte des Workshops sollen in erster Linie zu einem regen Austausch aller Teilnehmerinnen führen und werden in erster Linie durch Diskussionen, Selbsterfahrungsmethoden und kurzen, theoretischen Inputs nähergebracht.

Yin-Tao – Qigong für Frauen

Teilnehmerinnen bitte selbst Matten/Decken mitbringen!

Wer?
Gudrun G. Graf
Wo?
SR 36 (1. Stock)
Was?
Schon im alten China befassten sich die Frauen mit speziellen Übungen zur Steigerung der Lebenskraft. Einfache Techniken, die sich mit dem weiblichen Körper und seiner Seele befassten wurden uns durch die Ahninnen übertragen und haben in den letzten Jahren ihren Weg zu uns in den Westen gefunden.
Heute ist unser Alltag oft von Angst und Anspannung geprägt. Was sollen alte taoistische Praktiken da ändern, fragt sich die moderne, skeptische Frau! Über die Frage, ob Sexualität etwas mit Vergnügen zu tun hat ist sie (aufgeklärt wie wir sind) hinaus – doch was hat sie mit Gesundheit zu tun?
Warum sind die taoistischen Übungen für Frauen gut?
Praktiken, wie z.B. „Heilenden Hände“ die bei der Bauch- und Brustmassage in Einsatz kommen, sind eine Form von angewandtem Qigong! Gekoppelt mit bewussten atmen können sie Menstruations- oder Wechseljahrbeschwerden lindern. Von Kopf-, Rücken- oder Rheumaschmerzen, emotionalen Blockaden bis zu chronischen Krankheiten verschaffen die Übungen Linderung. Ziel der Übung ist, die Energie wieder frei fließen zu lassen. Dann kann der Bauch zur Quelle der Selbstheilung werden. Fasziniert finden wir uns im Einklang mit unseren Gefühlen!
Ungehinderter Energiefluss – Schlüssel zu einem gesunden Leben!
Qigong bedeutet also das Erlernen einer praktischen Energielehre, welche unsere Entwicklung auf körperlichen, emotionalen und geistigen Ebene fördert. Als Ziel: Selbstverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung von Kreativität und Lebenslust!

Einführungsvortrag ‚Alter’ Feminismus – ‚Neue’ Feminismen? Unterschiede – Gemeinsamkeiten – Perspektiven

Wer?
Birge Krondorfer
Wo?
HS II (Keller)
Was?
Gibt es so was wie ‚alte’ und ‚neue’ Feminismen? Dies kann bejaht und verneint werden. Der Vortrag geht den Ideen des Feminismus und den verschiedenen Frauenbewegungen nach und versucht ein Panorama der Entwicklungsgeschichte/n darzustellen. Welche unterschiedlichen Entwürfe, Theorien, Strategien hat es gegeben? Welche gibt es heute? Was hat sich geändert? Hat sich etwas geändert? Was bedeutet Post-Feminismus? Kann im feministischen Kontext von Fortschritt gesprochen werden, wenn ‚Fortschritt’ einer männlichen Denkweise entspricht? Gibt es ein Generationenproblem? Sind/waren die Hauptthemen dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet oder autonom entstanden? Was bedeutet eine feministische Frauenpolitik j e t z t? Kritik, Widerstand, Handeln… oder?

Zivilisation in der Krise? Transformationen zivilisatorischer Grundverhältnisse und deren Auswirkungen

Wer?
Theresa Frick
Wo?
HS XII (EG)
Was?
Der Annahme folgend, dass wir es heute mit einem umfassenden Wandel innerhalb zivilisatorischer Grundverhältnisse (z.B. dem Geschlechterverhältnis) zu tun haben, eröffnet sich der kritische Blick einer Art Bestandsaufnahme der derzeitigen Konstitution unserer Zivilisation sowie in weiterer Folge eines Entwurfs möglicher Alternativen zum status quo.
Der Workshop zum Thema „Zivilisation in der Krise?“ soll daher Gelegenheit bieten, mittels gemeinschaftlicher Erarbeitung ausgewählter Problemstellungen, sich jenen aktuellen Fragen nach den eigentlichen Zusammenhängen im Bereich zivilisatorischer Vorgänge u. Veränderungen zu widmen.
Es sollen zunächst Fehlentwicklungen benannt u. diskutiert sowie wesentliche Zusammenhänge innerhalb dieser (Fehl)-Entwicklungen und deren konkrete Bedeutung für das gesamte Zivilisationsgeschehen/den Einzelnen erörtert werden.

Sexualität und Gesellschaft: Wer ist schon „normal“? – Eine kritische Auseinandersetzung mit Sexualnormen im Kontext unserer Zeit

Wer?
Vera Fuchs & Pia Resnik
Wo?
HS V (1. Stock)
Was?
In diesem Workshop wollen wir uns kritisch mit den Sexualnormen unserer Zeit auseinandersetzen: Dass sexuelle Orientierung etwas Unveränderbares, gewissermaßen Starres ist, wurde in den letzten Jahren durch VertreterInnen unterschiedlicher Bereiche hinterfragt. Ausgangspunkt dieser theoretischen Ansätze (vgl. Baumeister 2000; D’Augelli 1994; Kitzinger 1987; Kitzinger/Wilkinson 1995; Richardson 1983/84) ist die Annahme einer flexiblen sexuellen Orientierung. Diese ist im Laufe des Lebens wandelbar, da sie sich über die gesamte Lebenszeit eines Individuums entwickelt. Die kontinuierliche Entwicklung wird durch ein Zusammenspiel von Faktoren wie sozialen Interaktionen, emotionalen Erfahrungen, sowie kulturellen Rahmenbedingungen beeinflusst (vgl. Baumeister 2000; Brown 1995; D’Augelli 1994; Golden 1994; Kitzinger 1987; Paul 1985; Richardson 1987). Dieses Zusammenspiel eben genannter Einflüsse kann zur Stabilität sexueller Orientierung einerseits, sowie deren unterschwelliger Veränderung andererseits führen (vgl. Kinnish/Strassberg/Turner 2004, S. 27).
Der Einfluss von sozialen Interaktionen und somit auch die darin enthaltenen Wertschätzungen sind bei der Konstruktion von sexueller Identität nicht zu vernachlässigen. Rubin (2004, S. 316ff.) beispielsweise sagt, dass in unserer westlichen Gesellschaft unterschiedliche Wertungen sexueller Identitäten existieren. Diese unterliegen einer Hierarchie – mit monogamen, heterosexuellen, ehelichen sowie reproduktiven Beziehungen an der Spitze. Herauszufinden, wie und ob sich diese Hierarchie in der heutigen Zeit abstuft, ist Teil unseres Workshops. Auch wollen wir uns kritisch mit der Frage auseinandersetzen, ob gesellschaftliche Wertungen dazu führen können, dass Menschen ihre sexuelle Identität unterdrücken beziehungsweise verleugnen.
Kurzum geht es darum, sich kritisch mit den Sexualnormen unserer Zeit auseinanderzusetzen und diese zu hinterfragen. Dies soll mittels Gruppenarbeiten, Diskussionen sowie theoretischen Inputs von den Referentinnen geschehen.

Wissenschaftlerinnen im Film

leider abgesagt

Wer?
Wilbirg Brainin-Donnenberg
Wo?
SR Lessingstraße
Was?
Anhand von Filmbeispielen behandelt die Filmkuratorin und Filmpublizistin Wilbirg Brainin-Donnenberg die Rollenstereotypien, die uns Spielfilme seit Jahrzehnten als das Bild von Wissenschaftlerinnen „vorspielen“. In einer kritischen Lesart dieser Ausschnitte werden männlich geprägte Klischees (etwa in Spellbound von Alfred Hitchcock oder in The Andromeda Strain von Robert Wise) erkennbar, manche weiblichen Gegenpositionen (Conceiving Ada von Lynn Hershman, Yes von Sally Potter) erläutert und ergeben auf diese Weise einen überraschenden Einblick in die Kategorisierung der Protagonistinnen, ganz im Einklang mit den im Workshop ebenfalls zitierten Forschungsergebnissen der Soziologin Eva Flicker. Uns begegnen „die Tochter des genialen Vaters, die sein Werk vollendet“, die „brillentragende weltfremde Einzelkämpferin“, „die verliebte Assistentin“, die Ausgegrenzte und Benachteiligte, genauso wie die ruhmumflorte Madame Curie.
Der Versuch diese Rollen mit Wirklichkeiten heutiger Wissenschaftsbetriebe zu vergleichen, wurde in dem von Brainin-Donnenberg kuratierten Filmfestival letzten November in Wien durch Impulsreferate eingeladener Wissenschaftlerinnen vervollständigt. So soll es auch im Rahmen des Workshops die Möglichkeit geben – neben Filmausschnitten von Fritz Lang bis zu neuen feministischen Positionen – Sichtweisen zu Fact und Fiction der Darstellung von Wissenschafterinnen im Film gemeinsam zu erörtern.

Gendered Buildings – die Suche nach dem Geschlecht eines Hauses

Wer?
Babette Hebenstreit
Wo?
HS VI (EG)
Was?
Technik: Wer wendet sie an? Wer erfindet sie? Wer erzeugt sie? Wer plant sie? Wer lebt damit? Wer verwendet sie? Wer denkt dabei an welche Personen, Anforderungen und Bedürfnisse?
Mit diesen Fragen möchte ich mich gemeinsam mit euch auf die Suche nach den eingeschriebenen Geschlechterordnungen in der Technik machen, Endeckungen aufzeigen und Alternativen vorschlagen.
Als Beispiel werden wir uns dabei mit dem Thema „Gebäude“ beschäftigen – von der Planung über die Errichtung bis zur Bewohnung.
Während des Workshops sollen sich interaktive Arbeiten und Diskussionen mit kurzen Texten und Inputs zu Zahlen, Daten und theoretischen Betrachtungen rund um die Bauindustrie und Architekturlandschaft Österreichs abwechseln.

Nachmittag

Anarchafeminismus/Queer Politics – Kollektivität und solidarische Ökonomie

Wer?
Utta Isop und Heide Hammer
Wo?
HS II (Keller)
Was?
Anarchafeminismus und Queere Politiken und Theorien haben vieles gemeinsam, was allerdings kaum aufgegriffen wurde. Queer-Theoretiker_innen argumentieren gegen die soziale Konstruktion von individuellen und Gruppen-Identitäten, was weitreichende Konsequenzen hat. Institutionalisierte Instanzen wie (nationale) Staaten, die Form der ökonomischen Produktion, Arbeitsteilung und (repräsentative) Demokratien generieren und stabilisieren diese Identitäten und müssen daher auch in Frage gestellt werden.
Anarchafeminist_innen wie Peggy Kornegger und Carol Ehrlich kritisieren die hierarchische Organisation dieser Institutionen seit langem. Für beide Ansätze ist die Auseinandersetzung mit konkreten Formen der Entscheidungsfindung sowie von solidarischer und nicht-hierarchischer Ökonomie wichtig. Methodik: kurze Texte zu „Anarchafeminismus – Queer Politics – SolidarÖkonomie “ danach bei Bedarf Erläuterung oder gleich Diskussion.

Von Hausfrauen und Hausherren – Sexismus in der Sprache

Wer?
Caroline Roth-Ebner
Wo?
HS V (1. Stock)
Was?
Sprache ist ein machtvolles Instrument. Sie macht das gesellschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern sichtbar und schreibt es gleichzeitig durch permanente Wiederholungen fest. Überall im Alltag stoßen wir auf die sprachliche Konstruktion von Geschlecht, sei es durch überlieferte sexistische Redewendungen, „Witze“ oder durch die Unsichtbarkeit von Frauen in Personenbezeichnungen. Doch es reicht nicht, wenn Frauen „mitgemeint“ sind. Sprache ist nicht nur Spiegel unserer Gesellschaft, sondern konstruiert diese auch mit. So gilt es, sich die bewusstseinsbildende Funktion von Sprache zu Nutze zu machen, um gesellschaftliche Geschlechterhierarchien zu durchbrechen. „Wenn wir die Männerherrschaft überwinden wollen, brauchen wir eine gerechte, also eine andere Sprache.“ (Pusch 1999, S. 26). Im Workshop begeben wir uns auf die Suche nach einer geschlechtergerechten bzw. –sensiblen Sprache. Gemeinsam werden Lösungsvorschläge erarbeitet. Anhand von Beispielen wird schließlich gezeigt, wie eine solche Sprache im Alltagsgebrauch umgesetzt werden kann.

„Feminismus ist die Theorie, lesbisch Leben die Praxis?“ – Lesben und die Frauenbewegung am Beispiel von Women Love Women

Wer?
Eva Kuntschner
Wo?
HS XII (EG)
Was?
Dass ‚Feminismus die Theorie und lesbisch Leben die Praxis‘ sei war ein zentraler Slogan der Zweiten Frauenbewegung. Doch woher kommt dieser Satz? Und sind Lesben die besseren Feministinnen? Oder eine Gefahr für die Frauenbewegung? Ist lesbisch Leben ein feministischer Akt? Und kann eine glücklich mit einem Mann verheiratete Frau eine ‚politische Lesbe‘ sein?
Der Workshop beschäftigt sich mit dem Verhältnis von lesbischen Frauen zur Zweiten Frauenbewegung in den 1970ern und 80ern. Eine kurze Einführung zum Film Women Love Women soll einen Überblick zu den Positionen innerhalb der Frauenbewegungen im angloamerikanischen und auch deutschsprachigen Raum geben. Hierbei werden sowohl filmanalytische als auch kulturwissenschaftliche Ansätze berücksichtigt.
In der anschließenden Diskussion sollen diese Positionen mit den Teilnehmerinnen besprochen und auf ihre Relevanz für den momentanen Diskurs kritisch hinterfragt werden.

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt… Ausdruck. Tanz. Theater. (1.Teil)

Wer?
Melanie Berner
Wo?
SR 32 (EG)
Was?
Mit Methoden aus der Ausdrucks- und Tanzpädagogik sowie inspiriert durch das Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal beschäftigen wir uns in diesem WS gemeinsam mit Geschlechterverhältnissen und persönlichen Erfahrungen in unserer patriarchalen Gesellschaft. Deine Geschichte wird zu unserer Geschichte. Wo stehe ICH in diesem System? Wie erlebe ich mich? Bestehende Machtverhältnisse sollen spürbar werden, Gegenmacht soll ausprobiert werden. Wir versuchen spielerisch, körperlich, sinnlich unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und uns Räume unserer Selbst (zurück)zu erobern.

Desire rules. Gegen die Macht des definierten Begehrens

Wer?
Flora Schanda, Madlen Abdallah, Iris Hajicsek
Wo?
SR Lessingstraße
Was?
Wir alle reproduzieren in mehr oder weniger großem Ausmaß gesellschaftlich geprägte Normen und Diskriminierungsmechanismen, auch im Bereich Begehren/Sexualität.
Diese reichen von der Präsenz von Lookism gegenüber Personen, die nicht dem aktuellen gesellschaftlichen Schönheitsideal (oder dem Schönheitsideal der eigenen peer-group) entsprechen über die apriori-Ausgrenzung von Personen mit Behinderungen aus dem Kreis potentiell begehrenswerter Personen bis zur oft angstbesetzten Vermeidung des libidobesetzten Kontakts mit Trans*- oder Inter*-Personen oder auch die Reduktion von Personen mit speziellen Vorlieben wie BDSM auf ebendiese Vorlieben und das damit einhergehende Nichtzulassen eines selbstverständlichen Umgangs miteinander.

Wir wollen in diesem Workshop unsere Begehrens- und Beziehungsformen sowie unsere ganz persönlichen Zugänge zu Geschlecht und Sexualität reflektieren, uns mit anderen Sichtweisen auseinandersetzen, aus gewohnten Denkmustern ausbrechen und überlegen, wie wir uns einer Gesellschaft annähern können, in der das Begehren zwischen Personen und seine Ausdrucksformen von der individuellen Begegnung und nicht von gesellschaftlichen Normen abhängt. Nicht primär im Sinne einer theoretischen Reflexion, sondern im Sinne des Spürens und Bewusstmachens der eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten und Ausgrenzungsmechanismen, das erst die Grundlage für ihre Überwindung sein kann. Dazu experimentieren wir mit dem Verfahren der militanten Untersuchung. Am Ende wollen wir auch unser eigenes Begehren von gesellschaftliche Diskriminierungen reproduzierenden apriori-Ausgrenzungen befreit oder zumindest damit begonnen haben.

Performing Gender. Darstellung und Selbstdarstellung von Musikerinnen in den Medien und auf der Bühne

Wer?
Monika Bloss
Wo?
HS L (Lessingstraße)
Was?
Musik ist auf vielschichtige Weise in die Geschlechterkonstruktion eingebunden, sowohl als Teil von Geschlechterverhältnissen in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen als auch in der kulturell-symbolischen Produktion von Männlichkeits- und Weiblichkeitsbildern. Bei letztere haben die medialen Darstellungen in Wort und Bild einen großen Anteil. Welchen Konditionierungen, Instrumentalisierungen oder auch Diskriminierungen manche Musikerinnen ausgesetzt sind, wollen wir an einigen konkreten Beispielen diskutieren und unterschiedliche Handlungsspielräume aufzeigen. Ist die Mitsprache durch Musikerinnen bei ihren Darstellungen in den Medien stark eingeschränkt, haben sie bei ihren Bühnenpräsentationen weit reichende Möglichkeiten der Selbstdarstellung.
Im Workshop versuchen wir, das Spektrum der geschlechtsspezifischen Repräsentation von Musikerinnen zu erfassen, aber ebenso Versuche, sich jenseits der Geschlechterpolarität zu positionieren.
Angestrebt ist eine Konzentration auf Visualisierungen in Fach-, Jugend- und Lifetime-Zeitschriften und Plattencover resp. Booklets sowie entsprechenden Texten, Reportagen oder Porträts an, um ggf. mit den Teilnehmerinnen eine Collage als kritische Auswertung unserer Diskussion zu erstellen. Das Mitbringen eigener Exemplare ist möglich, die Auswahl der zu diskutierenden Beispiele wird in Abstimmung festgelegt.

Alltägliches Spiel

Wer?
Doris Jauk-Hinz
Wo?
SR 36 (1. Stock)
Was?
Die (Selbst-) Darstellung der Frau im öffentlichen und privaten Raum.
Die Demaskierung gesellschaftlich verankerter Rollenbilder mit den Mitteln der Kunst:
Von den Beobachtungen des Alltags von Frauen, inszenierten intermedialen Installationen und Projekten der Gegenwart zurück zu deren feministischen Wurzeln in der Aktions-, Performance- und Videokunst der Sixties.

Im Fokus der Beobachtungen stehen alltägliche Handlungen von Frauen in unterschiedlichen Lebenswelten. Ihre Körper fungieren als Träger kultureller Einschreibungen: Körper und ihre Attribute indizieren soziale Zugehörigkeit und sind Ausdruck der Alltagskultur in ihrer pluralen Erscheinungsform und Dynamik.
Den Ausgangspunkt für die inhaltliche Gestaltung des Workshops bilden eigene und in KünstlerInnen-Kollektiven entstandene künstlerische Projekte. Meine Arbeitsmethode basiert auf meinem subjektiven Blick aus meiner eigenen Sozialisation als Frau. Diese Sichtweisen sind zusätzlich auch durch die Erfahrung spezifischer künstlerischer Zugänge im Laufe der Geschichte bestimmt. Eine Auswahl von solchen Arbeiten einiger Künstlerinnen, vorrangig ab den 60er Jahren, wird vorgestellt und diskutiert. Für die Realisierung ihrer emanzipatorischen Ziele besetzten sie neue Territorien wie u.a. die Aktions-, Performance- und Videokunst. Dabei wurden neu verfügbare Technologien – bis hin zum Gebrauch virtueller Welten im World Wide Web – erobert und benutzt. Eine aus diesen Avantgarden erarbeitete Emanzipation der Frau wird mittlerweile als Teil der Alltagskultur öffentlich und privat gelebt.
Ziel des Workshops ist es, durch die Be-Achtung weiblicher Lebensräume und frauenspezifischer Zusammenhänge den Blick auf die vermeintlich „kleinen Dinge und Handlungen des Alltags“ zu schärfen, denn diese sind meist Indikatoren für politische Systeme. Die Kunst fördert somit ein höheres Maß an Toleranz und Verständnis.