Motivation

Die Frauenfrühlingsuniversität (FFU) ist stark inspiriert von den Frauensommeruniversitäten, welche im deutschsprachigen Raum seit den 1970er Jahren immer wieder stattgefunden haben und stattfinden. Spricht frau/man mit Teilnehmerinnen früherer Frauensommeruniversitäten, so ist eine große Faszination zu spüren: An der letzten in Österreich stattgefundenen Frauensommeruniversität 1990 nahmen 600 Frauen teil. Das gesamte Gebäude der VHS Ottakring wurde zum Frauenraum, in dem Diskussionen geführt, Geschichte(n) erzählt, Erfahrungen ausgetauscht wurden. Aus dieser Frauenuniversität heraus sind Projekte wie zB die Frauenhetz entstanden, die wertvolle Arbeit zur Gleichstellung der Geschlechter leisten.

Diese Erzählungen und Berichte von den Frauenuniversitäten führten dazu, dass sich jetzt, 16 Jahre nach der letzten Frauensommeruniversität in Österreich, eine Gruppe Frauen gefunden hat, welche dieses Projekt des Empowerments, des Austausches und der Vernetzung wieder aufgreifen möchte. Denn auch heute noch ist das Bild an den Universitäten ein sehr männliches. Auch wenn mittlerweile schon mehr als die Hälfte der Studierenden Frauen sind, so beträgt der Frauenanteil bei den ProfessorInnen immer noch unter 15 %. Das hat auch Einfluss auf die Studienwahl, die Festlegung der Lehrinahlte und vieles mehr. Daher sind wir sehr stark daran interessiert, diesen eigenständigen Raum der Frauenuniversität wieder zu eröffnen – so geschehen im Jahr 2007 am Campus der Universität Wien (altes AKH) und im Jahr 2008 geplant vom 22. Mai bis 25. Mai an der Universität Salzburg (Juridische Fakultät – Toskanatrakt).

Zielsetzung der Frauenfrühlingsuniversität

Ziel der FFU ist es, einen Raum zu eröffnen, der Frauen die Möglichkeit bietet, sich Wissen anzueignen, dieses zu vertiefen und weiterzugeben. Dies beinhaltet zum einen die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit für Frauen relevanten Themen, zum anderen auch die Vermittlung und das Erlernen und Anwenden von praktischen Fertigkeiten. Empowerment und die Förderung von Eigenständigkeit von Frauen stehen dabei im Mittelpunkt.

In diesem Raum werden traditionelle Rollenbilder hinterfragt, strukturelle und persönliche Problemfelder benannt und diskutiert, Lösungsstrategien erarbeitet. Dazu werden Vertreterinnen von GOS und NGOs, die in unterschiedlichen Bereichen zu Gleichstellung arbeiten (Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Migrantinnenorganisationen, Interessensvertretungen,…), Workshops halten oder andere Formen des Inputs für eine Diskussion bieten.
Zusätzlich wird es ein Info-Café geben, wo verschiedene Initiativen sich selbst vorstellen können (Infotische, Materialien,…). Darüber hinaus bietet das Café eine ideale Möglichkeit zur weiteren Vernetzung. Es ist außerdem die erste Anlaufstelle für Frauen, die an der FFU teilnehmen und ermöglicht durch den informellen Rahmen einen niederschwelligen Zugang.

Denn der Name „Universität“ bedeutet nicht, dass nur Studentinnen teilnehmen können – es sollen auch Frauen, die nicht studieren oder studiert haben, angesprochen werden. Wichtig dabei sind der Austausch und das Zusammenführen von „Theorie“ und „Praxis“, Akademikerinnen und Nichtakademikerinnen. Die daraus entstehenden Impulse können den Zugang von Frauen zur Wissenschaft positiv beeinflussen, indem gläserne Decken und elfenbeinerne Wände und Türme brüchig werden. Dabei leisten Bewusstseinsbildung und Vernetzung von Frauen aus unterschiedlichen Hintergründen einen Beitrag zur Stärkung der Frauen in und außerhalb der Universitäten.

Facts

Frauenfrühlingsuniversität Salzburg 2008

Wann: 22. Mai bis 25. Mai 2008
Wo: Juridische Fakultät – Toskanatrakt
Universität Salzburg
Teilnehmerinnenzahl: ca 300 Teilnehmerinnen
Zielgruppe: interessierte Frauen und Transfrauen ab 14 Jahren (Studentinnen, Schülerinnen, Mitarbeiterinnen von GOs und NGOs, Migrantinnen, Lehrende an Universitäten) aus Österreich und dem angrenzenden bayrischen Raum. Es wird der Versuch gestartet mehr Frauen aus ländlichen Gebieten zur FFU zu bringen.

Programm

Das Programm orientiert sich an drei thematischen Achsen: „Frau und Arbeit“, „Interkulturelle Kompetenz in Österreich“, „Frau und Struktur“. Diese Achsen eröffnen einen Raum, innerhalb dessen diverse Themenfelder bearbeitet werden. Unter dem Titel DAUERBRENNER werden leider noch immer aktuelle Themen wie zB klassisches Familienbild, Fristenlösung, … behandelt.
Dies geschieht in verschiedenen formalen Rahmen: Es wird einführende und weiterführende Workshops, Impulsreferate mit anschließender Diskussion, Filmabende und Podiumsdiskussionen geben. Darüber hinaus bieten informelle Räume wie das oben genannte Info-Café oder Feste die Möglichkeit zur persönlichen Vernetzung.

Achsen

Frau und Arbeit (Koordinatorin: Christina Pürgy)

Interkulturelle Kompetenz (Koordinatorin: Mónica Chávez/Ladinig)

Frau, Struktur und Macht (Koordinatorin: Susanne Ebner)

All diese angeschnittenen Punkte und noch viel mehr, sollen in den verschiedensten Workshops auf der FFU 2008 diskutiert, be- und erarbeitet werden.