Inhaltliche Achsen

Entlang dreier inhaltlicher Achsen und einer „durchgängigen“ Achse entwickeln sich Workshopinhalte, Diskussionsveranstaltungen, Kunstprojekte, Feste und Filmabende:

Diese Achsen eröffnen einen Raum, beschränken ihn allerdings nicht. Wer also z.B. vor Ort noch den einen oder anderen Workshop anbieten möchte, kann dies jederzeit tun. Einfach nur zum Infocafé gehen und anmelden/aushängen.
Wir werden versuchen dir/euch spontan Räume und Material zur Verfügung zu stellen. Gebt uns aber bitte etwas Zeit…

Frau und Arbeit

„Mei, bist Du aber brav und fleißig…“

Die wirtschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann sei unser Ziel. Sprachs, und schrammt mit Platz 97 auf der weltweit erstellten Rangliste meilenweit an diesem Ziel vorbei.
Denn das weibliche Arbeitsleben im 21. Jahrhundert – neben der Erwerbsarbeit gehen wir auch noch diversen Pflege-, Familien- und Gemeinwesenarbeiten nach, ist von vielfältigen Herausforderungen geprägt.

Wir wollen mit dieser Themenwahl an die Achse „Prekäre Lebensverhältnisse“ der FFU 2007 anschließen und laden Referentinnen ein, eines oder mehrere der folgende Themen in ihren Workshops zu be“arbeiten“:

• Berufliche Rollenbilder – „Raus aus der Küche, rein in die Technik, oder was?“
• Selbstständigkeit und Unternehmerinnentum
• Prekäre Arbeitsverhältnisse
• Biographie- und Karriereplanung von Frauen
• Gläserne Decke
• Einkommensschere
• Vereinbarkeit – „Work-Life-Balance will mehr als Yoga für (Haus)Frauen“
• Ehrenamtlichkeit
• Working poor / Selbstausbeutung

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Interkulturelle Kompetenz

Etwa ein Fünftel der SalzburgerInnen stammt nicht aus Österreich, sondern haben einen Migrationshintergrund. Auch österreichweit bestätigt sich dieser Trend. Österreich, somit auch Salzburg, ist zum Einwanderungsland geworden. Trotz dieser Tatsache verabsäumt Österreich es bis heute, sich einer aufrichtigen Diskussion mit und über seine neuen MitbürgerInnen zu stellen. Migration ist kein Problem sondern ist als Chance für die Gesellschaft zu sehen.

Ein Element diesem Thema näher zu treten, ist der interkulturelle Dialog. Dieser dient dazu mit Personen anderer Kulturkreise ins Gespräch zu kommen, ohne Dominanz von bestimmten kulturspezifischen Eigenheiten und Vorstellungen der jeweils anderen Kultur. Wichtig hierfür ist die Bereitschaft, sich von der eigenen Kulturabhängigkeit im Denken, Handeln und Verhalten zu befreien und sich mit der Analyse fremdkultureller Perspektiven auseinanderzusetzen.

Auch im heurigen europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs, macht die alltägliche Umgebung uns oft nicht bewusst, wie wichtig es ist dem interkulturellen Dialog Raum zu geben. Gerade dieser Raum kann zur Beseitigung von Vorurteilen durch gegenseitiges Kennenlernen zur Konfliktvermeidung dienen. Da es zurzeit wenige Angebote in diese Richtung gibt, wird es bei der FFU 2008 diesbezüglich ein Angebot geben. Frauen aus unterschiedlichen Kulturen soll Raum gegeben werden, in den interkulturellen Dialog zu treten und diesen live zu erleben.

Ziel der Achse “Frauen:Dialog” ist es, einen erfrischenden Dialog zwischen den Kulturen zu ermöglichen, dadurch die Arten miteinander und nicht nebeneinander zu leben, zu erfahren und Vernetzung und Kontakte zwischen den Teilnehmerinnen herzustellen.

Dialog ist wesentlich zum Verständnis unter den Kulturen. Wir laden alle Frauen ein dieses Angebot wahrzunehmen!

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Frau, Macht und Struktur

Strukturen sind Ausdruck von Macht, Machtbeziehungen und somit von Herrschaftsver¬hältnissen. In dieser Achse soll die Situation der Frau in ihrer Umwelt Eingang finden. Der Wohlfahrtsstaat, der uns in allen Bereichen umgibt, ist das markanteste Beispiel für den Ausdruck männlicher Struktur, baut er doch auf die zweigeschlechtliche Trennung und Hierarchisierung von öffentlich und privat, produktiver bezahlter und reproduktiver unbe¬zahlter Arbeit.

Demnach bildet die staatliche Hierarchie das Fundament von patriachalen Funk¬tionsweisen. Obwohl festgehalten werden muss, dass es unterschiedliche Ausformungen von Wohlfahrtsstaatsystemen gibt, eines ist allen gemein: Diese Systeme sozialer Sicherheit diskriminieren vor allem Frauen und privilegieren Männer, sie unterstützen damit die Geschlechterasymmetrie.
Die Frage ist nun nicht nur, wie es zu einer solchen Struktur kam, sondern viel wichtiger, wie schaffen wir es diese Struktur frauengerecht zu gestalten oder eine neue frauengerechte Struktur zu errichten?

Auch die in der letzten Zeit entflammte Diskussion über Frauenmedizin, zeigt wer Macht im wohlfahrtsstaatlichen System besitzt und wie stark diese manifestiert ist. Weitere Debatten über die Umgestaltung des Karenzgeldes, sowie Betreuungseinrichtungen für Kinder weisen darauf hin, dass eine Reform gewollt ist, nur wird meist nicht über die dahinter steckenden unterschiedlichen Zielstetzungen gesprochen. Man kratzt demnach ein bisschen an der Oberfläche, das Fundament wird nie angegriffen und betrachtet.

Doch trotz so einiger Veränderungen des ursprünglichen „Ernährer-Modells-Vater“ durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit, Abgang von Vollbeschäftigung und der Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen, Anstieg alleinerziehender Haushalte, etc. hat sich die Arbeits¬teilung zwischen den Geschlechtern zumindest im Bezug auf die Erwerbsarbeit verändert (Anstieg der Frauenerwerbsquote); doch im privaten Bereich hält die ursprüngliche Rolle – Frau Hausarbeit, Kindererziehung, etc. nach wie vor noch stark an. Obwohl es zu Ver¬änderungen kam, blieb das soziale Sicherungssystem unverändert bestehen, das heißt es enthält nach wie vor Anreize, Frauen und Männer in die Richtung der im „Ernährermodell“ vorgegebenen Rollen zu leiten. Welche staatlichen Regulierungen können emanzipatorische Wirkung entfalten und wie lässt sich ein gesellschaftlicher Wandel einleiten und vorantreiben.
All diese Punkte und noch viel mehr, sollen in den verschiedensten Workshops auf der FFU 2008 diskutiert, be- und erarbeitet werden.

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*Dauerbrenner*

Klassisches Familienbild, klischeehafte Rollenbilder, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Abtreibungsdebatte…Veränderungen sind im Gange, aber es ist noch viel zu tun.

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