Mit dem Begriff „Prekarisierung“ wird der Prozess der Veränderung von Arbeitsverhältnissen beschrieben, der in den letzten Jahrzehnten in Europa zu beobachten ist. Neue Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, Arbeit auf Abruf oder Werkverträge ersetzen zunehmend die „klassischen“, wie z.B. Angestellte. Hier ist es jedoch wichtig zu betonen, dass das so genannte Normalarbeitsverhältnis für Frauen immer nur begrenzt Realität war. Nichtsdestotrotz arbeiten heute weit mehr Frauen in unsicheren Verhältnissen als Männer – dies betrifft ganz besonders Migrantinnen.
Mit der Prekarisierung gehen die Aushöhlung des Arbeitsrechts, Verunsicherung, da es immer schwieriger wird, langfristig zu planen und nicht zuletzt die Untergrabung der Möglichkeit von gewerkschaftlicher Organisierung einher.
Innerhalb der Achse sollen zwei Themenfelder besondere Beachtung finden:

  1. Der Arbeitsbegriff: Was wird unter „Arbeit“ verstanden, wie ist der Begriff besetzt? Positiv? Negativ? Welche Auswirkungen hätte ein Grundeinkommen? Gibt es ein Recht auf Faulheit? Wie haben sich Arbeitsformen und -inhalte verändert und was bedeutet das für die Arbeitenden?
  2. Utopien: Tausch, Wert der eigenen Arbeit erkennen, Frauenbanken, Sozialzentren… „Insellösungen“ vs. gesamtgesellschaftliche Veränderung?
    Auch über ganz konkrete Beispiele (Kunstschaffende, Sexarbeiterinnen, Migrantinnen in der Hausarbeit…) soll eine Annäherung an das Thema erfolgen.