Frühstück

Jeden Tag von 9 – 10 Uhr gibt es im Infocafé gratis Frühstück!

Vormittag (10 – 13 h):

Pausenprogramm:

Nachmittag (15 – 18 h):

Ganztags:

Beschreibungen:

Acting Queer – Von Queerer Theorie zu politischer Praxis

Wer?
Elisa Heinrich, Katharina Wiedlack
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Im ersten Teil des Workshops sollen Queere Theorien auf ihre Möglichkeiten hinsichtlich politischen Handelns untersucht werden. Eine unserer Ausgangsfragen ist, wie sich queere Politik betreiben lässt, ohne dabei Gefahr zu laufen, reale Unterdrückungsmechanismen zu vernachlässigen oder „unsichtbar“ werden zu lassen. Inwiefern unterscheidet sich queere Politik von identitätspolitischen Konzepten, die in ihrer Forderung nach BürgerInnenrechten für sog. Minderheiten, das Konzept von Norm und Abweichung immer wieder reproduzieren? Die queere Politik der Destabilisierung (in Form von Konzepten wie drag, Parodie, etc.) bezieht sich ja auch notgedrungen auf eine Norm, die es zu destabilisieren gilt. Muss unter anderem also nicht die Frage gestellt werden, wie kohärent und monolithisch diese Norm eigentlich ist?
Auf Grundlage dieser theoretischen Auseinandersetzung wollen wir im zweiten Teil des Workshops Beispiele queerer Politik auf ihre Möglichkeiten und Grenzen hin untersuchen und eigene Ideen sammeln und möglicherweise gleich ausprobieren.

Eine Homepage für Jedefrau!

Wer?
Iris Borovcnik, Vera Schwarz
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 18 Uhr
Was?
Geboten wird eine Einführung ins Thema Homepages selber machen bzw. betreuen. Dabei werden die Grundlagen für deren Aufbau und Gestaltung mittels HTML und CSS vermittelt, sowie ein Blick auf andere Möglichkeiten, Webseiten zu gestalten, geworfen (Content Management Systeme, Soziale Software/Blogs, Foren, Wikis …). Insgesamt werden die Schwerpunkte des Workshops an den spezifischen Interessen der Teilnehmerinnen orientiert sein. Der Nachmittag wird voll und ganz dem eigenen Arbeiten vorbehalten sein, daher werden alle Teilnehmerinnen gebeten, sofern irgend möglich, einen Laptop mitzubringen!
Vorkenntnisse sind erlaubt, aber nicht notwendig!

Frauen – Beschäftigung – Familie: War das vereinbart?

Wer?
Sybille Pirklbauer (AK Wien)
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Erwerbstätig zu sein bedeutet keinesfalls automatisch vor Armut geschützt zu sein – schon gar nicht für Frauen. Schlechte Bezahlung, Probleme mit der Vereinbarkeit und zunehmend prekäre Beschäftigung lassen die Zahl der „Working Poor“ immer weiter ansteigen. Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung ist in hohem Maß auf Frauen konzentriert. Die Ursache dafür ist häufig die Notwendigkeit für Frauen, Betreuungspflichten mit der Erwerbstätigkeit zu vereinbaren. Auf Grund der schlechten Rahmenbedingungen dafür – Stichwort: unzureichende Kinderbetreuung – ist das oft nur mit prekären Arbeitsverhältnissen möglich. Die Benachteiligung am Arbeitsmarkt schlägt sich dann auch in einer schlechten sozialen Absicherung nieder. Es gäbe jedoch eine Vielzahl von Maßnahmen, um das zu verhindern. Durch eine offensive Beschäftigungspolitik Arbeitsplätze zu schaffen ist dafür ebenso notwendig, wie die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich sozialer und arbeitsrechtlicher Absicherung und ausreichende Angebote an Beratung, Qualifizierung und Kinderbetreuung.

Geschlechtergerechtigkeit als Ziel und Strukturmerkmal der Studienreform

Wer?
Regina Weber, Stefanie Houben
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
“Gender ist (…) eine kulturell-evaluative Differenzierung. (…) Ein Grundzug der genderbezogenen Ungerechtigkeit ist sicherlich der Androzentrismus: eine autoritative Konstruktion von Normen, die mit Männlichkeit assoziierte Merkmale privilegiert. Begleitet wird dies von einem kulturellen Sexismus (…).” (Fraser, Nancy 2001: Die halbierte Gerechtigkeit. Gender Studies, S. 41) Nancy Fraser beschreibt hier eine kulturell-strukturelle Ungerechtigkeit, die leider nicht vor dem Bildungssystem halt macht. Hier herrschen offensichtlich ungerechte Verhältnisse, die sich im Partizipationsverhältnis der Geschlechter widerspiegeln: In Deutschland sind über 50% der StudienanfängerInnen Frauen. In Österreich studieren 53,3% Frauen (2004). Die Reihen lichten sich aber stetig, auf jeder akademischen Hierarchiestufe aufs Neue: Weniger als 14% der Lehrstühle sind in der Bundesrepublik mit Frauen besetzt, in Österreich stehen 1717 Professoren nur 275 weibliche Kolleginnen gegenüber. Fakt ist: Die Struktur des tertiären Bildungssektors benachteiligt Frauen strukturell.
Die aktuelle Studienreform im Zuge des Bologna-Prozesses bietet eine Chance, Studiengänge geschlechtergerecht zu gestalten und somit androzentrische Strukturen abzubauen. Durch die Akkreditierung könnten Hochschulen zu gewissen Standards gezwungen werden, neue Studiengangskonzepte könnten bestehende und bekannte Ungleichheiten besser berücksichtigen. Die Praxis sieht vielerorts allerdings anders aus. Es schaut finster aus – was können wir tun? Dieser Workshop hat das Ziel, am Beispiel der kritischen Betrachtung der Praxis der Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland, die verschiedenen von Wissenschaftlerinnen entwickelten Kriterien für geschlechtergerechte Studiengänge kritisch zu beleuchten und unter Zuhilfenahme der Gerechtigkeitstheorie von Nancy Fraser Strategien zur Implementierung strukturell geschlechtergerechter Studiengängen zu entwickeln.

„Ich schau dir in die Augen … prekäres, atypisches Leben!“

Militanter Fragebogen – Selbstuntersuchung
Wer?
Heidi Niederkofler, Doris Arztmann, Käthe Knittler
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 14 Uhr
Was?
Militante (Selbst-)Untersuchung – hier zu verstehen als aktivistisch, eingreifend – zielt nicht darauf ab Lebenserfahrungen objektivierbar oder quantifizierbar zu machen. Woher kommt das Geld zum Überleben? Haben sich die Bedingungen das im Laufe der Zeit geändert? Zum positiven, zum negativen? Wie sind die Arbeitsbedingungen und Bezahlung? Welche Möglichkeiten des Widerstandes gibt es? Mittels Austausch über den konkreten Lebens- und Arbeitsalltag sollen Probleme formuliert und gemeinsam reflektiert werden…aber Achtung, jenseits des sonst üblichen Gejammers können daraus Potentiale zur Selbstermächtigung, des Widerstandes erwachsen.
Nach einer kurzen Einführung zu Geschichte und Theorie der Militanten Untersuchung gibt es die Möglichkeit in Kleingruppen benannte Selbstuntersuchung selbst zu starten.

Scheidung

Wer?
Helene Klaar (Scheidungsanwältin)
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Warum haben Frauen bei der Heirat ein Auto, eine Wohnung und einen Job, aber nach einer Scheidung ist das nicht mehr selbstverständlich?
Grundzüge des östereichischen Ehe- und Scheidungsrechts unter besonderer Berücksichtigung mit der sozialen Lage der Frauen (und Kinder).

Sexuelle Gesundheit

Wer?
Elisabeth Berger (AIDS Hilfe Wien)
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Für Frauen ist die rigide Anpassung an „allgemein gültige“ Normen und Werte in Liebe und Sexualität eine Gefahr. „Weibliche“ Gefühle verzerren, was eigentlich schon längst Grenzüberschreitung bis hin zur sexuellen Gewalt ist. Betrifft das uns Frauen wirklich alle, oder doch nur die „anderen“ Frauen. Wie auch immer, es ist ratsam seine eigene Körperin gut zu kennen: ihre Grenzen, ihre Schwächen und Stärken und die Reaktion der Seele in Ausnahmesituationen wie „extremer Verliebtheit“. Es ist gut, zu erkennen, dass es keine allgemeingültigen Normen und Werte für sexuelles Verhalten gibt, sondern nur das, was ich ausverhandeln kann und muss, wenn es um meine Sexualität, um mein Wohlfühlen und um meine körperliche Unversehrtheit geht.

Die Repräsentation des Weiblichen

Wer?
Petra Unger
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Frauen und Männer haben die Menschheitsgeschichte geprägt.
Mindestens die Hälfte der sichtbaren Geschichte wurde von Frauen durch ihre Arbeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Kreativität geschrieben. Aber kaum etwas erinnert an sie. Kaum Informationen über Frauen in den Geschichtsbüchern, selten Erinnerungen an Frauen im Stadtbild, wenige Gedenktafeln und noch weniger Denkmäler. Die Unterschlagung einer eigenen Geschichte hat Auswirkungen:
„Der dadurch erzielte Effekt ist ein ständiges Defizit weiblicher Vorbilder. Die Unterschlagung von Frauenbewegungen in der Geschichte vereinzelt jede Frau, die sich geschichtlich an nichts orientieren kann, was ihre persönlichen Erfahrungen in eine Kontinuität mit der Vergangenheit bringen würde.“ (MarieLuise Janssen-Jurreit 1984) Trotzdem und deshalb: Die Gebäude, in denen sie gelebt und gewirkt haben, stehen noch. Der Blick muss geschärft, die Sichtweise verändert werden, um die historischen Leistungen von Frauen sichtbar zu machen. Frauen als aktiv gestaltende Persönlichkeiten im historischen Prozess wahrzunehmen, bedeutet auch, sie aus der passiven Opferdarstellung heraus zu nehmen. Frauen haben Geschichte nicht erlitten, sondern gestaltet – mit oder gegen die zugeschriebenen Rollen der Gesellschaft, aufmüpfig oder angepasst. Das wird ermutigend und stärkend in Stadtführungen vermittelt. Frauenstadtspaziergänge bieten einen historischen Überblick (der Spaziergang findet am Nachmittag statt).

Frauenspaziergang

Wer?
Petra Unger
Wann?
Dienstag, den 03.04. ab 15 Uhr
Treffpunkt? Vorm Infocafé
Was?
Ein geführter Frauenspaziergang durch die Wiener Innenstadt. Frauengeschichte einmal anders.

  • Universität – Frauen an der Wiener Universität
  • Cafè Landtmann: Der Salon von Bertha Zuckerkandl
  • Burgtheater: Die Wächterin, Ulrike Truger
  • Parlament: Erklärung der Menschenrechte – Erklärung der Frauenrechte; Die ersten Frauen im Parlament
  • Die Ringstraße als Proteststraße
  • Volksgarten: Das Denkmal der Kaiserin Elisabeth – eine andere Sichtweise
  • Ballhausplatz: Das ehemalige Frauenministerium am und die Zweite Frauenbewegung
  • Heldenplatz: Helden und Mittäter/innen
  • Hofburg: Frauenleben am Wiener Hof
  • Michaelerplatz: Lina Loos – Schauspielerin und Schriftstellerin; Gedenktafel für das „… heldenhafte Wirken der Frauen im 1. Weltkrieg.“
  • Kohlmarkt: Anna Demel – Kaffeehausbesitzerin, Unternehmerin
  • Judenplatz: Rahel Whiteread und ihr Denkmal für die 65.000 jüdischen Frauen und Männer

Frauen in Bewegung

Wer?
Ursula Lischke
Wann?
Dienstag, den 03.04.ab 14 Uhr (in der Mittagspause)
Was?
In diesem Workshop sollen Frauen die Gelegenheit haben, auf lustvolle Art mit vertrauten und ungewohnten Handlungsmöglichkeiten in Interaktionen zu experimentieren. Die Bewegungsanalyse bietet einen unmittelbaren, spielerischen und erlebnisnahen Zugang um sich mit Themen, die in jeder beruflichen und privaten Beziehung von Bedeutung sind, wie Führen und Folgen, Bestimmen und Mitbestimmen, Anpassung und Abgrenzung, Nähe und Distanz auseinanderzusetzen und diesbezüglich die eigene Beweglichkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu trainieren.
Die innovative Theorie und Methode der Bewegungsanalyse (Cary Rick) wird in unterschiedlichen Berufsfeldern eingesetzt, u.a. im interkulturellen Training, in Coaching und Persönlichkeitsentwicklung, in Pädagogik und Psychotherapie und in Bereichen der gesundheitlichen Prävention und Rehabilitation.

Das feministische Regierungsprogramm

Wer?
Heidi Ambrosch, Michaela Moser
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 – 18 Uhr
Was?
Auf einer Open-Space Konferenz am 25./26. Oktober 2002 wurde unter Beteiligung von rund 60 Frauen ein feministisches Regierungsprogramm erarbeitet. Vorhandene feministischen Alternativen in allen Politikbereichen wurden gebündelt. Wir sind der Überzeugung, dass dieses Programm auch weiterhin als politischer Maßstab für jede Regierung herangezogen werden könnte.
Siehe auch: http://www.feministischerfrauenrat.at

Generation Praktikum

Wer?
Priska Lautner
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 – 18 Uhr
Was?
„Generation Praktikum“ – Zum Thema prekäre Lebensverhältnisse und PraktikantInnenbeschäftigung

  • Input in Form von Zahlen und Fakten zu prekärer Beschäftigung

    • Theoretischer Input allgemein: Was kann prekäre Beschäftigung für das eigene Leben bedeuten? Wie lässt sich „Prekarität“ soziologisch fassen und welche gesellschaftspolitischen Theorien gibt es gegenwärtig zu dem Thema?
    • Theoretischer Input zum Thema Frauen und prekäre Beschäftigung: Warum sind gerade Frauen von prekärer Beschäftigung betroffen? Was macht diese geschlechtspezifische Ungleichheit in Bezug zu Chancen am Arbeitsmarkt aus?
    • Daten aus der Umfrage der Plattform „Generation Praktikum“ und anderen Quellen werden vorgestellt: Wie schaut die PraktikantInnenbeschäftigung der Studierenden und AkademikerInnen in Österreich aus? Wie schaut die geschlechtsspezifische Verteilung aus? Kann man erklären, warum mehr Frauen von dieser Art der prekären Beschäftigung betroffen sind als Männer? Was sagen diese Zahlen in Bezug zu bestimmten Kriterien aus?
    • Was gibt es für Möglichkeiten gegen unsichere Beschäftigungsverhältnisse und gegen das „Verkaufen unter seinem Wert“ etwa durch Praktika, vorzugehen? Welche Initiativen gibt es EU-weit, was für Lösungen werden gegenwärtig von der Politik angestrebt, wie wird auf das Problem reagiert?

    Nach den einzelnen theoretischen Inputs sind anschließend jeweils kurze Diskussionsrunden geplant.

  • Interaktiver Austausch
    • Wir möchten hier einen Input z.B. in Form eines Films geben, oder durch Kommentare aus der eigenen Umfrage, und dann soll eine Diskussionsrunde zu dem Thema stattfinden.
    • Wir haben Zeitungsartikel zu dem Problem, die das allgemeine Meinungsklima abbilden und hier sollen die Teilnehmerinnen gemeinsam eine Collage daraus, nach bestimmten, noch zu definierenden Kriterien, kreieren.
    • Jede kann von prekärer Beschäftigung, Arbeitslosigkeit usw. betroffen sein, oder ist es bereits. Wir möchten von den Teilnehmerinnen wissen, wie sie sich ihr Leben in Bezug zur Arbeit vorstellen und wie sie mit Einschnitten durch prekäre Beschäftigung umgehen (würden). Dies soll mittels Kärtchen gestaltet werden.
    • Darauf aufbauend sollen Lösungsstrategien erarbeitet werden. Jede Teilnehmerin soll ein Plakat gestalten. Genaue Kriterien werden hierfür noch festgelegt.
    • Reflektierende Diskussionsrunde: Aus dem bisher Gesagten werden die Eckpunkte noch einmal reflektierend zusammengefasst. Hier soll es vor allem darum gehen, konstruktive Vorschläge zu sammeln, wie man die Lage verbessern kann. Aber auch kreative Ideen in Form von Utopien sind willkommen. Wichtig ist es, gemeinsam an dem Thema noch einmal reflektierend zu arbeiten und in Bezug zu den Inputs und Outcomes des gesamten Workshops, abgestimmte Lösungsstrategien und Vorgehensweisen zu entwickeln.

Geschlechterdichotomie/Heteronormativität

Wer?
Meri Disoski
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 – 18 Uhr
Was?
Heteronormativität ist ein Konzept aus dem Bereich der Queer Studies und der Queer Theory. Der Begriff wurde zunächst nur als Kritik von Heterosexualität als Norm, und Homosexualität als (unnatürliche, krankhafte etc.) Abweichung benutzt. Erst in dem Maße, wie die Queer Theory sich auch der Gender-Problematik annahm, wurde er auch auf diese bezogen. Heteronormativität beschreibt ein binäres Geschlechtssystem, in welchem lediglich genau zwei Geschlechter akzeptiert sind, und das Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung gleichsetzt. Verhaltensweisen, welche dieses System destabilisieren können, werden in den meisten Fällen streng sanktioniert. Außerdem beschreibt Heteronormativität das gesellschaftliche Ordnungssystem der Heterosexualität. Diese Ordnung strukturiert nicht nur das Zusammenleben von Menschen, z.B. mit Hilfe der Untergliederung in Kleinfamilie und der Definitionsmacht von monogamer Liebe und Begehren, sondern strukturiert die gesamte Vorstellungswelt (etwa in Form von binären Denkmodellen wie Frau/Mann, Natur/Kultur usw.). Heteronormativität lässt sich vielleicht am ehesten mit der implicit whiteness vergleichen, der Tatsache, dass weiße Hautfarbe eine Selbstverständlichkeit sei. Wie Weißheit die selbstverständliche Matrix bildet, die sich selbst nicht benennt, sich jedoch intensiv zelebriert genauso bildet Heterosexualität die unhinterfragt Matrix, die zwar jeden Lebensbereich durchtränkt, für die jedoch eine eigene Bezeichnung nur selten in Anspruch genommen wird. Vor der Folie der Heteronormativität werden im Workshop Geschlechterkonzeptionen (weiblich – männlich / heterosexuell) in Werbung, Film, Medien und Literatur genauer beleuchtet werden. Familienkonzeptionen und deren rechtliche Absicherung (Modell der heterosexuellen Zweierbeziehung mit Kindern) sollen kontroversiell diskutiert werden. Es soll gezeigt werden, wie oben angeführte Medien und die verschiedenen staatlichen Institutionen (Schule, Universität, Gerichte etc.) zur Aufrechterhaltung der Heteronormativität beitragen. Auch die diesbezügliche Rolle der Kirche wird nicht unkommentiert bleiben (können).

Kraftorte – Geldquellen oder: warum Wahrsagen ganz leicht ist

Wer?
El Awadalla
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 bis 18 Uhr
Was?
Eine kritische Betrachtung „spiritueller“ Modeerscheinungen.

Post-border feminists? Sexarbeit als transnationales Phänomen

Eine Diskussion über Prostitution, Frauenmigration, Feminismen und staatliche/gesellschaftliche Kontrolltechniken.
Wer?
Doris Cordova, Faika Anna El-Nagashi (LEFÖ)
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 bis 18 Uhr
Was?
Die strukturelle Stigmatisierung der Prostitution hat sich mit ihrer Internationalisierung verstärkt. Diese Analyse bedeutet, Migrationsprozesse von Frauen und die bestehende Nachfrage in Betracht zu ziehen und verlangt eine Auseinandersetzung mit Frauenmigration. Die historische Konstruktion von Prostitution ist verbunden mit Opfern und Gewalt. Der Diskurs spricht über Sexarbeiterinnen als Objekte und nicht als Subjekt von Rechten. Dabei besetzen Sexarbeiterinnen (sichtbar) den öffentlichen Raum der Sexualität und sind in diesem Sinn Übertreterinnen der patriarchalen Logik und des institutionellen Modells der monogamen heterosexuellen Familie. Aus diesem Grund – als Übertreterinnen – waren und sind sie immer marginalisiert und unter (staatlicher) Kontrolle. Gleichzeitig toleriert die in der Gesellschaft institutionalisierte Doppelmoral ihre Präsenz – ohne aber, dass der Staat ihren Schutz garantiert, und auch nicht ihre Rechte – wie es in anderen Bereichen des Arbeitslebens geschieht.
Der Workshop versucht eine Auseinandersetzung mit feministischen Positionen und neuen Interventionsmodellen.
LEFÖ arbeitet als erste Organisation und seit Anfang der 1990er Jahre für die Rechte von Sexarbeiterinnen in Österreich. LEFÖ veranstaltet von 8. März (Internationaler Frauentag) bis 2. Juni (Internationaler Hurentag) unter dem Titel „SexarbeiterInnen haben Lust… auf ihre Rechte!“ eine bundesweite Kampagne für die Rechte von SexarbeiterInnen. Informationen und Programm unter www.lustaufrechte.at.

Recht auf Faulheit

Wer?
Britta Cacioppo, Eva Geber, Traude Korosa (AUF – eine Frauenzeitschrift)
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 15 bis 18 Uhr
Was?
Wem nützt das „Recht auf Arbeit“ und die Stigmatisierung der Faulheit? Wir werden uns mit dieser Ideologisierung auseinandersetzen. In der Hochblüte des Kapitalismus sind Industrie und Konzerne mithilfe der Wissenschaft und unseren Steuergeldern dabei, Systeme zu entwickeln, um die arbeitenden Menschen maximal ausbeuten bzw. letztendlich ohne Menschen auskommen zu können. Mithilfe von Billigstlöhnen an die produzierenden ArbeiterInnen, die ihnen ein Überleben kaum mehr möglich machen, wird die Gewinnspanne der Konzerne maximal gesteigert. Die Zahl der Arbeitslosen steigt immer mehr an. Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich hat seit 2000 einen Höchststand seit 1945 erreicht, überhaupt kann sich die Regierung seit 2000 rühmen, eine Vorreiterrolle im internationalen Globalisierungstrend innezuhaben. Betroffen davon sind in hohem Ausmaß die Frauen. Umso höher die Zahl der Arbeitslosen, umso effizienter das System des Lohndumpings. Besonders die Frauen werden immer mehr in schlechtbezahlte und/oder Teilzeitjobs abgedrängt. „Arbeitssüchtige“ Frauen brauchen immer öfter mehrere Jobs, um existenziell über die Runden zu kommen. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler wetterte medial: „Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft“ allen Arbeitslosen, die eine ihnen zumutbare – Arbeit ablehnen, oder nicht bereit sind der Arbeit nachzufahren soll die Arbeitslose und Unterstützung gestrichen werden. Welche Arbeit zumutbar ist, entscheidet selbstverständlich das Arbeitsamt. Auch in Österreich!
Arbeit, die nicht unmittelbar Geld bringt, ist sowieso keine Arbeit, ist Freizeitbeschäftigung, ist „Faulheit“. Nach einem Arbeitstag frönt frau dem Müßiggang, der Faulheit: sie spielt mit den Kindern, hilft ihnen bei den Hausaufgaben, kocht, wäscht, putzt die Wohnung und treibt sich am Wochenende in feministischen Vereinen wie der AUF herum.

Drehungen

Wer?
Susi Bali, Joelle Strobl
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 10 bis 13 Uhr
Was?
Drehungen ist eine Selbstverteidigungstechnik, die in den 70er Jahren von Frauen für Frauen entwickelt wurde. Diese Technik setzt bei den Stärken der Frauen an und zeigt ihnen, wie sie sich mit dem richtigen Dreh und der Kraft der Mitte in Gefahrensituationen schützen, verteidigen und befreien lernen. Thematisiert werden auch stets alltägliche Grenzüberschreitungen und Möglichkeiten, wie Frauen aktiv sich diesen Situationen stellen können.
Der Workshop richtet sich an Frauen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten und soll vor allem einmal abklären, welche Bedürfnisse an Selbstverteidigung und Selbstbehauptung die Frauen haben. Weiters möchten wir auf Techniken, die bereits genützt werden, eingehen und den Frauen zusätzliche Tipps und Tricks näher bringen. Der Austausch unter den Frauen ist uns von besonderer Wichtigkeit.
Achtung! Dieser Workshop geht von 10 bis 13 h und von 15 bis 18 h!

„Unser Körper unser Leben?!“
Feministische Selbstverständnisse von Körper, Politik und Gesellschaftskritik

Wer?
Marlies B., Lisa St., Birge K., Nadja T., Eva (angefragt)
Wo?
FrauenMädchenLesben-Zentrum-Bar
Wann?
Dienstag, den 03.04. von 14 bis 18 Uhr
Was?
Beiträge von unterschiedlichen Zugängen zu:

  • Körper, Haare und Weisheit
    Feministische Körperarbeit in der Praxis (Marlies B.)
  • Frauenbewegungsgeschichte
    Von Selbstuntersuchung, Kampf um Abtreibung und Entstehung der Frauengesundheitsbewegung, Religionskritik, Widerstand gegen sexistische Gewalt an Frauen und Mädchen und feministische Selbstverteidigung, feministischer Widerstand gegen Bevölkerungspolitik und gegen Gen- und Reproduktionstechnologien bis zur (aktuellen) feministischen Kritik an Transgender-Körper-Politik. (Lisa St.)
  • Von Frauen geboren werden
    Köper, Leib, Denken und Gesellschaftsbewusstsein (Filmausschnitt aus dem Interview mit Gerburg Treusch-Dieter in Okto TV), und Leiblichkeit und Denken (Birge K.)
  • Feministische Theorien zu Körper
    (Eva angefragt)
  • Selbstbestimmung und feministische Kritik an Gen- und Reproduktionstechnologien
    (Nadja T.)

Anschließend gemeinsame Diskussion zu den verschiedenen Beiträgen, feministischen Zusammenhängen und Perspektiven heute.