Frauen*FrühlingsUni – Tag 3, Samstag 20.04.2013

Auf ging es in den dritten Tag dieses Workshopwochenendes! Gut möglich, dass einige Teilnehmerinnen* frühmorgens nicht ganz so energisch geklungen haben. Nachts war nämlich deutlich hörbar wie Zimmer zu Partyhöhlen und die lokale Bar in Stadtschlaining zur feminsistischen Disko umfunktioniert wurde.

MORGENSTUND HAT GOLD IM MUND

Deutlich langsamer füllte sich Samstagmorgen das Frühstückszimmer und während einige schon an ihren Frühstückssemmerln saßen, rangen andere noch mit dem Aufstehen. Trotz alledem fanden sich die Teilnehmerinnen* mit ein wenig Verspätung in den Workshopräumen ein und mit Sicherheit haben auch die spannenden, inhaltlichen Morgeneinheiten bei der einen oder anderen den gleichen Effekt wie Koffein ausgelöst und somit munter gemacht.

Johanna Meraner (MA) und Jutta Harather hielten ihren Workshop zum Thema „Geschichtsbewusstsein und politisches Handeln“. Passend zum Veranstaltungsort wurde dabei auf die Frauen*Organisationen im Burgenland und Westungarn eingegangen. Im Anschluss an dieses Impulsreferat wurde die zweite Einheit des Beitrags offener gestaltet und das Bewusstsein von Geschichte in Verbindung mit dem eigenen Alltag der Teilnehmerinnen* analysiert.

Um Geschichte ging es auch im Workshop „HERstorie/s“ von MMag.a Doris Posch und Ela Posch (MA). Lebensgeschichten von Frauen* und Transgender Personen standen dabei im Fokus. Dem wissenschaftlichen Anspruch der FFU entsprechend, wurde dabei Wert auf Wissensvermittlung und Wissensgenerierung gelegt. Methoden der qualitativen Kulturwissenschaften wurden den Teilnehmerinnen* nahe gebracht und grundlegende Tools von Interviewführungen erprobt.

Auch für Spiel und Spaß war auf der FFU 2013 gesorgt. Isabella Scheibmayr bot in ihrem Workshop unter dem Titel „Menschen auf Märkten – ein feministisches Spiel“ eine dynamische Wiedergabe von Arbeitsverhältnissen mit dem Blick auf Geschlechterverhältnisse. Alternativen und Veränderungsmöglichkeiten von ökonomischen Markttheorien wurden durch das Hineinschlüpfen in unterschiedliche Rollen aufgezeigt und dabei auch erlebt.

BUNTES PROGRAMM UND FOKUS AUF GESCHICHTE

Im zweiten Teil des Workshoptages stand ein vielfältiges Angebot an Workshopeinheiten für die Teilnehmerinnen* der FFU 2013 bereit. Magdalena Hanke lies die Frauen* in ihrem Workshop „Drag kinging & Gender bending“ in die Rolle eines Mannes* schlüpfen. Ein wirklich spannender Workshop, der nicht nur tolle Fotos erzeugte, sondern auch das persönliche (Geschlechts-)Empfinden der Teilnehmerinnen* auf eine neue Ebene brachte.

Dr.in Tatjana Fischer bot ebenfalls einen Workshop, der sehr gut in den Rahmen der FFU 2013 passte. Unter dem Titel „Raumwissenschaftliche Reflexionen zur evidenzbasierten Politikgestaltung in strukturschwachen ländlichen Räumen“ wurde auf die Herausforderungen von älteren Frauen* im ruralen Raum eingegangen. Auch das Burgenland steht vor der Aufgabe die immer älter werdende Bevölkerung gut zu betreuen und ihren Lebensrealität im ländlichen Raum abzusichern. Die verwendeten Daten und Informationen basierten dabei auf einer aktuellen Studie die in ausgewählten Landesgemeinden des Burgenlandes, Niederösterreichs sowie Steiermark durchgeführt wurde.

Lisbeth N. Trallori ging in ihrem Workshop auf die Re-Maskulisierung der Gesellschaft ein und versuchte sich in ihrem Workshop zum „Widerstand als ‚einigendes‘ Motiv der Frauen*bewegung/en“ an einer gemeinsamen Maxime unterschiedlicher feministischer Theorien und Praxen.

Den vierten Workshop dieses Slots bildete der Vortrag „Frauen* als Erfinderinnen* und Erfindungen für Frauen*“ von Lina Mikalauskaite (BA). Ziel des Vortrages war aufzugeigen, dass auch Frauen* aktiv an der Gestaltung von Erfindungen und damit der Menschheitsgeschichte sind.

ARBEITSMARKTSITUATION FÜR (AUSLÄNDISCHE) FRAUEN

Leider konnte Skypekonferenz mit Jeanna Kroemer unter dem Motto „Schwestern mit Farbspray auf den Barrikaden“ nicht stattfinden, dafür gab es einen Open Space und Workshop mit Mag.a (FH) Marika Gruber zur “Situation von ausländischen Frauen am Arbeitsmarkt in Kärnten“ von 16:00 bis 18:00 Uhr mit. Das politische Klima in diesem Bundesland und die wirtschaftspolitische Lage machen es den ausländischen Frauen* am kärtnerischen Arbeitsmarkt nicht leicht. Zentrale Studien wurden dabei den Teilnehmerinnen* zu diesem Schwerpunkt präsentiert und die möglichen Ursachen für die eklatante Situation von Frauen* generell am Arbeitsmarkt diskutiert.

STUDIENPRÄSENTATION UND WIR WERDEN INTERNATIONAL(ER)

Bei der abendlichen Podiumsdiskussion von 19:00 bis 21:00 Uhr wurde es nicht nur sehr wissenschaftlich, sondern auch sehr international. Die Studie „No Country for Academic Women? Erwerbskarrieren burgenländischer Akademikerinnen“ unter der Leitung von Mag.a. Judith Jakowitsch und der Burgenländischen Forschungssgesellschaft wurde im Rahmen der Frauen*FrühlingsUni präsentiert. Dabei durften wir Frauen* aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei auf der Bühne begrüßen.

Die Studie gibt Aufschluss über die Herausforderungen für Akademikerinnen* ausbildungsadäquate Erwerbskarriere im Burgenland zu erhalten und zu machen. Das regionale Arbeitsplatzangebot ist spärlich, für Hochschulabsolventinnen* quasi inexistent. Dennoch weißt die Studie daraufhin, dass immer mehr Frauen* mit universitärer Ausbildung im Burgenland leben. Die Studie weißt darauf hin, dass sich diese Frauen* bewusst für dieses Bundesland als Lebensmittelpunkt entscheiden und über die schlechte Beschäftigungslage im Bild sind.

Eine spannende Podiumsdiskussion auf Basis der präsentierten Forschungsergebnisse wurde den Teilnehmerinnen* geboten und das Panel mit Mag.a Judith Jakowitsch, Johanna Meraner (MA),Dr.in Nóra Séllei, Iva Šmídová, Mariana Szapuovà, und der Moderatorin Mag.a Kathrin Weinelt gab spannenden Input.

Die Studie „No Country for Academic Women?“ gibt es zu bestellen und eine „Twitter-Zusammenfassung“ findet sich unter den Hashtag #FFU13.

DIE FFU 2013 ROCKT

…und zwar mit den „the MAD’elles“. Ganz im Sinne der Frauen*FrühlingsUni haben es sich die Musikerinnen* rund um Angelica Dawson, Amelie Cserer, Natalie Khom, Jona Solomon und Michaela Jirowec nicht nehmen lassen die Teilnehmerinnen* mit ihren rockigen Balladen zu begeistern. Frauenpower war angesagt und das Tanzbein wurde bei dem Sound von Piano, Geige, Bass und Schlagzeug kräftig geschwungen.

Im Anschluss ging es dann noch bis spät in die Nacht mit DJanes Terry und Elisabeth flott dahin. Ein wirklich perfekter Ausklang für die Frauen*FrühlingsUni 2013!