Frauen*FrühlingsUni – Tag 2, Freitag 19.04.2013

Frühmorgens um 7:30 ging es auf der Frauen*FrühlingsUni 2013 mit dem Frühstück los. – Zumindest für jene, die es zeitig aus den warmen Betten schafften und den inneren Morgenmuffel überwinden konnten. Das Frühstücksbuffet ließ dabei keine Wünsche offen, was für den Morgensport mit Karin Lehner nicht gerade hilfreich war.

FIT IN DIE FFU

Trotz all der Gemütlichkeit bei Fruchtsaft, Frühstücksbrot und Co. fanden sich dennoch einige interessierte Frauen* im Workshopraum ein und versuchten sich an einfachen Haltungs- und Entspannungsübungen für den alltäglichen Gebrauch. Neben Atemübungen und Rückentraining wurde dabei auf praktische Übungen wert gelegt. – Damit waren die Frauen* gewappnet für den aufkommenden und intensiven Workshoptag.

ICH KANN MICH NICHT ENTSCHEIDEN

Das haben sich wahrscheinlich viele Frauen* im Laufe der FFU 2013 gedacht. Insgesamt 2 Workshops und ein Vortrag wurden am Morgen des 18.04 für die Teilnehmerinnen* geboten. Im Improvisationstheater „Frida trifft Ernst“ wurden Themen wie Kinderbetreuung, Arbeitssuche, Sexismus und Mobilität in der Region thematisiert. Betreut wurde dieser Workshop von Renate Holpfer und Daniela aus der Schmitten. Das Lachen der Teilnehmerinnen* konnte frau bis zum Check-In hören und war deshalb definitiv ein Erfolg.

Gleichzeitig konnten Interessierte auch Miriam Kollmann bei ihrem Vortag zu feministischer Pornografie lauschen. Neben Videoclips wurden auch eigene Wünsche und Vorstellungen an (feministische) Pornografie ins Zentrum dieser Einheit gestellt. Der zuletzt genannte Punkt ist definitiv ein Aspekt, dem die Pornoindustrie auch in Hinblick auf die Bedürfnisse des weiblichen* Publikums nachkommen sollte.

Ein dritter Workshop, der am Samstagmorgen noch Fortsetzung finden wird, ist der Filmworkshop. Ein Team von engagierten Frauen* haben sich rund um Dr.in Amelie Cserer die Aufgabe gemacht die Frauen*FrühlingsUni zu dokumentieren und die Impressionen dieser Veranstaltung in bewegten Bildern festzuhalten. Auf das Endergebnis freuen wir uns alle schon – der Film wird am Sonntag als Abschluss der FFU 2013 präsentiert werden.

…UND ES GIBT NOCH MEHR

Nach einem sättigenden Mittagessen startete die zweite Workshopreihe. Mag.a. Shobha C. Hamann und Rosa Leitner betreuten die Schreibwerkstatt mit dem Titel „Die Frau – gibt es nicht und dennoch“ und zeigten wie frau mit Worten spielen kann. Kreativität und Einfallsgabe waren dabei gefragt, um den Teilnehmerinnen* ihr schöpferisches und sprachliches Talent zu entfalten.

Ein weiterer spannender Vortrag wurde von Leni Kastl geboten, die die weibliche Sexualität in ihrer Veranstaltung fokussierte. Passend zum Workshop von Miriam Kollmann ging es auch in diesem Beitrag um das Lustempfinden und Lustvermögen von Frauen*, wobei Bild und Videomaterial sowie theoretischer Input dargeboten wurde.

Elisabeth Parzer widmete ihren Vortrag dem Schwangerschaftsabbruch. Der Film „Der lange Arm der Kaiserin“ wurde dabei den Teilnehmerinnen* gezeigt und diskutiert weiters auch die rechtliche, politische und soziale Dimension des Schwangerschaftsabbruchs analysiert. Gerade in Hinblick auf das Burgenland ist dieser Workshop wichtig. Das Burgenland ist bis dato das einzige Bundesland in Österreich in dem weder private noch öffentliche Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Das Interesse an diesem Thema war dementsprechend hoch und ist – frau kann sagen leider – immer noch hochaktuell und brisant.

KAFFEE UND BURGENLÄNDISCHE MEHLSPEISEN UND WEITER GEHT’S

Nach einer kurzen Stärkung bei Kaffee und Marzipanschnecken ging es infolge dynamisch weiter in den dritten Seminarteil des Tages. Diesmal stand Geld im Mittelpunkt und wurde mit Genderfragen in Verbindung gesetzt. Mag.a. Claudia Prudic und der Verein Wendepunkt nahmen die finanzielle und wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen* als Ausgangspunkt für Ihren Workshop. Konsequenzen der finanziellen (Un)Abhängigkeit sind wichtige Garanten für weibliche* Selbstbestimmung und wurden im Rahmen von Einzelübungen und Diskussionen thematisiert.

Eine Gruppe von Frauen* fand sich im Rahmen des Open Space zusammen und entschieden im Rahmen dieser Einheit selbstständig Themen zu erarbeiten und diese im Kollektiv zu diskutieren. Dabei lief auch parallel noch der zweite Teil der Schreibwerkstatt bevor es um 18 Uhr zum Abendessen ging.

FLYERALARM UND ABENDLICHE WORKSHOPS!

Trotz einer ungewöhnlichen Verteilaktion eines männlichen Aktivisten beim Eingang zum Konferenzzentrum der Burg Schlaining ging auch die abendliche Workshopeinheit planmäßig voran. Von 19:00 bis 21:00 Uhr fanden drei weitere spannende Vorträge statt und stimmten die Teilnehmerinnen* auf die Abschlussveranstaltung des Tages ein.

Unter dem Titel „Welchen Nutzen hat feministische Philosophie für die Praxis“ leitete Dr.in Birgit Buchhammer die Einheit. Kritische Reflexion war dabei gefragt und der Input der Vortragenden schuf Raum, um sich mit Fragen von Diskriminierungen und Reduktionismen auseinander zu setzen.

Das arbeitsmarktpolitisches Frauenunternehmen abz*austria bot einen Workshop rund um das Thema Arbeitswelt. „Frauen gründen / leiten anders?“ war die Frage, die dabei im Zentrum stand. Das abz*austria stellte dabei ihre Arbeit rund um die Gleichstellung von Frauen* und Männern* am österreichischen Arbeitsmarkt mit dem Fokus auf das Burgenland dar.

Last but not least schloss der Vortrag von Almuth Waldenberger mit dem Titel „Was ist Prostitution?“ an den am Donnerstag vorgefundenen Schwerpunkt von (weiblicher) Sexualität an. Sexarbeit ist ein umstrittenes Thema und das wurde auch im Rahmen dieses Vortrages bewiesen.

MATHILDA LIEBT FRAUEN*UNI

Im Anschluss an diesen wirklich intensiven Seminartag bot Daniela Beuren und die grauenfruppe eine packende Lesung und Filmvorführung. Der perfekte Ausklang für diesen inhaltlich geladenen und mitreißenden Workshoptag. Insbesondere das Abschlusslied „Mathilda, Mathilda, Mathilda liebt Frauen*Uni und drum‘ ist sie da“ wird uns allen noch länger im Ohr bleiben.

Und wie kann es auch anders sein: Darauffolgend klang der Tag wieder bei einem Glaserl Wein gemütlich aus und die Teilnehmerinnen* fielen definitiv um viele Informationen reicher, aber auch vernetzter, bestärkter und mit einem Ohrwurm im Ohr ins Bett.